Essen

"Dio ci manda il cibo, il diavolo i cuochi."
Gott gibt uns das Essen, der Teufel die Köche.

Es dürfte niemanden verwundern, dass ein solch lebenslustiges Volk wie die Novaren auch kulinarisch einiges zu bieten hat. Beim Essen geht es den Novaren nicht nur ums Sattwerden, vielmehr ist Essen für sie ein kommunikatives Erlebnis und ein Ausdruck von Lebensfreude.
Die novarische Küche zeichnet sich vor allem durch ihre Frische und Urtümlichkeit aus. Ein guter novarischer Koch kann aus wenigen Zutaten ein Zauberwerk des Geschmackes zelebrieren. Das nach außen sehr homogen wirkende Volk ist in Wirklichkeit eine hochbrisante Mischung vielfältiger regionaler Kulturen und Bräuche. Das wirkt sich natürlich auch auf die Küche aus. Zwar kann man der novarischen Esskultur klassische Zutaten und Zubereitungsarten zuordnen, aber im Detail gibt es unzählige Varianten und Vorlieben, die man an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann.

Buon appetito!

Zutaten

Wichtig ist die Verwendung von frischen Kräutern. Je frischer, umso besser, egal ob Basilikum, Oregano oder Majoran - um nur ein paar zu nennen. Beinahe jeder novarische Haushalt verfügt über einen eigenen kleinen Kräutergarten, ob auf der Dachterasse oder hinter dem Haus.
Hochwertiges, kalt gepresstes Olivenöl ist ebenso ein elementarer Bestandteil.
Typisch sind auch diverse Käsesorten (zum Beispiel Grüner Stinker, Mozarella), Wurst und Fleischerzeugnisse (wie Anduli, Tiezzoschinken), Brot (wie Focusia) und natürlich Pasta und Pizza.

Zubereitung

Auch wenn es wahrscheinlich in jedem Haus moderne Elektrogeräte und Gasherde gibt, der Novare ist und bleibt in seiner Tradition verwurzelt. Und das bedeutet, dass man auch urtümlich kocht. Deshalb wird bevorzugt der alte Holzherd im Hinterhof angeschmissen, und man zelebriert das Zubereiten der Speisen als Gemeinschaftsereignis. So kann es vorkommen, dass ganze Familien - sogar Straßenzüge - sich spontan um den alten Ofen versammeln und nicht selten sogar die Straße zu einem großen Restaurant umgestalten, wenn Tische aneinandergereiht werden und man gemeinsam das Abendessen - die wichtigste Mahlzeit des Tages - einnimmt.
In den größeren Städten gibt es meist mehrere öffentliche Backhäuser, in denen die Bürger unentgeltlich ihre Pizza oder andere Spezialitäten zubereiten können. Der eigens dafür angestellte Ofenwart wird von der Kommune bezahlt und genießt einen hohen Ruf unter der Bevölkerung. Jeden Vormittag heizt er den Backofen und sorgt aufmerksam dafür, dass der Ofen über den Tag verwendet werden kann. Dass die meist volleibigen Wärter oft von den Köchen mit einer Kostprobe bedacht wird, versteht sich von selbst.
Sobald der lange anderthalbmonatige Winter vorbei ist, sieht man auch an den ersten Tagen mit Temperaturen über 25° aus vielen Hinterhöfen Rauchschwaden aufsteigen, denn die Novaren sind passionierte Griller. Diese Zubereitungsart übernahm man von den barbarischen Nordvölkern, welche ihre groben Fleischbatzen auf ihren Schwertern aufspießten, über dem Feuer verkokelten und im Stehen verschlangen. Natürlich veredelte man in Novara das Grillen, und man erfand den Multispieß, der sich letztendlich zum Grillrost entwickelte.

Klassische Gerichte

Das urtümlichste Gericht der novarischen Küche ist wohl die Pasta in unzähligen Varianten. Das reicht von einfachen Rezepten wie Pasta mit Knoblauch und Olivenöl, bis hin zu sehr aufwendigen Gerichten wie eine standesgemäße Lasagna. Die Pasta entstand schon im antiken Medianischen Imperium, und zwar durch einen Zufall. Eine Köchin bereitete wieder einmal die damalige abwechslungslose Grundnahrung, einen Getreibebrei, zu. Leider, oder besser, zum Glück war sie derart ungeschickt, dass ihr Teile des Brei in siedenes Wasser fielen. Diese Kost verbreitete sich bald über das ganze Imperium und wurde Grundnahrungsmittel der Bevölkerung.
Die Pizza ist - entgegen der vorherrschenden Annahme - kein novarisches Gericht, sondern stammt in ihrer Urform aus Targa. Targische Imigranten brachten ihre Zubereitungsart eines Fladenbrotes auf einem heißen Stein mit nach Gran Novara, waren von der Vielfalt der Nahrungsmittel derart begeistert, so dass sie ihre Steinfladen mit allen verfügbaren Zutaten belegten.
Fisch und Fleisch spielt ebenfalls eine große Rolle in der novarischen Küche. Ein gutes Stück Fleisch oder ein frischer Fisch werden dabei möglichst naturbelassen zubereitet, ohne größeren Aufwand. Meist werden diese Gerichte nur mit Kräutern und etwas Pfeffer und Salz veredelt, und dann gedünstet, geschmort, gegrillt oder gebraten.

Sonstige Spezialitäten

Die regionalen Varianten der novarischen Speisen sind derart zahlreich, dass eine Aufzählung gar nicht möglich wäre. Sie unterscheiden sich in den Zutaten und Zubereitungsweisen. Beinahe jedes Dorf kennt eine eigene Variante der Pasta, im Norden mag man es eher deftig und im Süden bevorzugt man leichte Gerichte.
Vor allem die Region um Celano kennt eine Eigenart, die man so gar nicht in Gran Novara vermuten würde. Die Celaner sind passionierte Wurstliebhaber. Bevorzugt werden verschiedene Innereien verwurstet und dann gepökelt, gekocht oder geräuchert. Berüchtigt ist auch eine Wurstart, die gänzlich aus Meeresfrüchten hergestellt wird. Bei ihrer Zubereitung entsteht ein dermaßen penetranter Geruch, dass die Zubereitung nur außerhalb der Städte erlaubt ist.